Grenzen spüren, bevor der Kopf schmerzt - Stressresilienz II

Wann

12.06.2027 von 09 bis 16 Uhr

Wo

Krugallee/Dammweg

(Plänterwald)

Kosten

65 €

Zur Anmeldung

 

kostenfrei für Mitwirkende und Ehrenamtliche von "Kinder brauchen Matsch"

Tag drei einer Klassenfahrt oder sieben Tage Ferienfreizeit. Ihr seid seit dem Frühstück im Einsatz, habt das Lagerfeuer organisiert, einen Streit geschlichtet, die Nachtwanderung geleitet und dann, irgendwann am Abend, meldet sich der Kopf mit Schmerzen. Es ist nichts Dramatisches passiert. Ihr habt über Tage hinweg einfach mehr gegeben, als an Ressourcen da war, ohne es rechtzeitig zu merken.

Diese Fortbildung setzt dort an: bei den Signalen, die schon vor dem Kopfschmerz da sind, aber im Trubel eines Trips leicht untergehen. Wir schauen darauf, wie sich körperliche und mentale Erschöpfung frühzeitig wahrnehmen lässt, welche persönlichen Warnsignale es gibt und wie man rechtzeitig gegensteuern kann. Dabei geht es nicht darum, weniger engagiert zu sein, sondern darum, die eigenen Ressourcen so im Blick zu behalten, dass man auch über mehrere Tage präsent, handlungsfähig und gut bei sich bleiben kann.

Inhalte:

  • Rahmenbedingungen: Warum sich Erschöpfung bei Mehrtagesformaten anders zeigt als im Tagesgeschäft
  • Methode des Redekreises und Arbeit mit eigenen Fallbeispielen der Teilnehmenden
    • Frühwarnsysteme statt Kopfschmerz: die eigene „Ampel“ erkennen
    • Rollenspiel: Grenzen setzen, ohne die Gruppe im Stich zu lassen
    • Energiebudget-Planung vor dem Camp
    • Geplante Rückzugsfenster im Tagesplan
    • Co-Teamer als gegenseitiges Frühwarnsystem: Veränderungen wahrnehmen und rechtzeitig reagieren

Bei Fahrten und Camps gibt es selten einen Moment, der eindeutig als Pause markiert ist. Teamer*innen sind durchgängig ansprechbar, oft auch nachts. Genau deshalb bringt es wenig, auf spontane Erholung zu hoffen. Wir erarbeiten, wie sich Rückzugsfenster schon in der Planung vor dem Camp fest verankern lassen und wie eine realistische Schicht- und Aufgabenplanung im Team aussehen kann, die nicht auf dem Prinzip „Wird schon irgendwie reichen“ beruht.

Ein zweiter Baustein ist die gegenseitige Wahrnehmung im Team: Wer merkt zuerst, wenn ein Mitteamender reizbar wird, sich zurückzieht oder erste Anzeichen von Erschöpfung zeigt? Wie spricht man das im laufenden Camp an, ohne dass es wie Kritik klingt? Wie kann man sich gegenseitig unterstützen, bevor aus kleinen Warnsignalen ein echtes Problem wird? Diese Frühwarnsysteme funktionieren nur, wenn sie vorher abgesprochen und von allen mitgetragen werden.

Diese Fortbildung kann zusammen mit dem ersten Termin zum Thema Stressresilienz (30.04.2027) besucht werden. Beide Veranstaltungen unterscheiden sich im Fokus: Hier geht es um kumulative Erschöpfung bei mehrtägigen Einsätzen, am ersten Termin um die Präsenz-Falle im Tagesgeschäft.

Zielgruppe:

Alle die mit Kindern in mehrtägigen Formaten handlungs- und erfahrungsorientiert im Kita- und Grundschulalter arbeiten oder dies tun wollen.

Referent:

Alexander Janz